Aktuell

16.05.19

Digitalisierung: erhebliche Unterschiede zwischen KMU und Grossunternehmen

Die digitalen Technologien breiten sich in der Schweizer Unternehmenswelt aus. 73% der im Rahmen einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY befragten Firmen binden sie in ihr Geschäftsmodell ein, womit dieser Anteil gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozentpunkte stieg.

Noch deutlicher ist die Zunahme im Vergleich zu Anfang 2017. Damals gaben nur 45% der kleinen, mittleren und grossen Unternehmen an, dass sie den digitalen Technologien in ihrem Geschäftsmodell eine durchschnittliche oder wichtige Rolle zukommen lassen. Auch finanziell spiegelt sich dieser Fortschritt wider. Während sich Anfang 2018 rund 70% der Unternehmen zu Investitionen in ihre Digitalisierung bereit erklärten, waren es Anfang 2019 schon 80%.


Jedoch bestehen weiterhin Unterschiede, die mit verschiedenen Faktoren zusammenhängen. Die Unternehmensgrösse spielt für den Grad der Digitalisierung eine entscheidende Rolle. Die Studie von EY zeigt, dass die Hälfte der Unternehmen, die einen Jahresumsatz von mehr als CHF 100 Millionen erzielen, digitale Technologien als sehr wichtig für ihre Entwicklung einstufen. Bei den sehr kleinen Unternehmen gilt dies nur für 20%. Dieser Rückstand ist auf einen Mangel an Personal, Kompetenzen und vor allem finanziellen Mitteln zurückzuführen.


Vergleicht man die einzelnen Wirtschaftssektoren, fällt das Niveau der Digitalisierung oder das Interesse an der digitalen Entwicklung der Unternehmen ebenfalls unterschiedlich hoch aus. Vorbildlich sind die Dienstleister und die Industriebetriebe, von denen knapp ein Drittel den digitalen Technologien in ihrem Geschäftsmodell eine sehr hohe Bedeutung beimisst.


Dagegen sind die Handelsunternehmen nach wie vor unzureichend für die möglichen digitalen Entwicklungen sensibilisiert. Dieser Rückstand könnte ihnen schaden, da die Online-Käufe rasant zunehmen, stellen die Experten von EY fest.


(Quelle: SECO KMU Portal)

02.05.19

Schweizer Unternehmen werden 2019 weniger investieren

Nach einer intensiven Investitionsphase in den letzten fünf Jahren wird das Jahr 2019 voraussichtlich an Dynamik einbüssen. Laut einer Studie der Konjunkturforschungsstelle KOF werden die Anlageinvestitionen der Schweizer Unternehmen real 1,7% betragen, gegenüber 2,3% im Vorjahr.


Trotz dieses Rückgangs werden die Schweizer Unternehmen weiter investieren, allerdings in geringerem Masse als in den vergangenen Jahren. Dieses Nachlassen der Investitionsdynamik betrifft sowohl die Ausrüstungs- als auch die Bauinvestitionen sowie diejenigen für Forschung und Entwicklung (F&E). Die deutlichste Abschwächung wird bei den kleinen Unternehmen erwartet.


Die KOF-Studie untersucht auch die Realisierungssicherheit der Investitionen. Im Herbst waren sich 91,3% der Unternehmen, die eine Investition geplant hatten, sicher, sie in diesem Jahr zu tätigen, während 8,7% unsicher waren. Dieses Verhältnis konnte sich zum Jahresbeginn etwas verbessern, führt die Konjunkturforschungsstelle aus.


Auch bei Art und Herkunft der Investitionen bestehen Unterschiede zwischen den Geschäftsjahren. 2018 waren die Investitionen durch die positive Entwicklung der Nachfrage motiviert. In diesem Jahr ist der Bedarf an technischer Weiterentwicklung die treibende Kraft, auch wenn die Nachfrage ein wichtiger Faktor bleibt.


Zur Erinnerung: Laut den Schätzungen des Bundesamtes für Statistik (BFS) hatten die Investitionen 2016 um 3,4% und 2017 um 3,3% zugenommen. Für diesen Zeitraum stellten die Analysten einen Rückgang der Rationalisierungsinvestitionen zugunsten der Erweiterungsinvestitionen fest. Dieser Trend setzte sich 2018 fort, könnte sich 2019 aber wieder umkehren.


(Quelle: SECO KMU Portal)

01.04.19

Investitionen in Start-ups knacken Milliardengrenze

Die Förderung für Schweizer Start-ups erreichte 2018 einen neuen Rekord. Laut dem Swiss Venture Capital Report, der vom Informationsportal startupticker.ch publiziert wird, beliefen sich die in Jungunternehmen investierten Mittel auf CHF 1,24 Milliarden, die in 230 Finanzierungsrunden eingeworben wurden.


Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die Investitionen um CHF 299 Millionen zu, was einem Anstieg um 32% entspricht. Noch beeindruckender ist die Entwicklung der investierten Summen, wenn man sich auf das Jahr bezieht, in dem die Studie erstmals durchgeführt wurde: Seit 2012 haben die Mittel um fast 400% zugelegt.


Nach Branchen ist das kräftigste Wachstum (+120%) bei den Unternehmen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu finden. Sie allen warben CHF 685 Millionen ein und liegen damit zum ersten Mal vor den Start-ups der Sparte Biotechnologien (CHF 253 Millionen). In den Bereichen Medizintechnik und digitale Gesundheit kamen CHF 123 Millionen respektive CHF 45 Millionen zusammen.


Der Blick auf die Kantone zeigt, dass Waadt seine Führungsposition an Zürich verloren hat. In dem deutschsprachigen Kanton haben knapp hundert Start-ups insgesamt CHF 515 Millionen erhalten. Damit steigt Zürich in die Top Ten der dynamischsten Standorte Europas auf, im Hinblick auf Investitionen in neue Technologien.


Die Studie unterstreicht zudem das wachsende Interesse der Investoren an Start-ups, das sich in der Bildung zwölf neuer Fonds im Jahr 2018 zeigt. Dank dieser erfreulichen Ergebnisse konnte die Schweiz ihren Rückstand gegenüber vergleichbaren Ländern wie Israel oder Schweden aufholen.


(Quelle: SECO KMU Portal)

15.03.19

2018 mussten mehr Unternehmen ihr Geschäft aufgeben

Die Schweiz verzeichnete im letzten Jahr einen leichten Anstieg der insolvenzbedingten Konkurse. Laut der Agentur für Daten und Analysen Bisnode gaben zwischen Januar und Dezember 4'813 Unternehmen ihr Geschäft auf, was einer Zunahme um 2% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Der Anstieg der Konkursmeldungen fällt je nach Region unterschiedlich hoch aus. Die Nordwestschweiz (+9%) und die Ostschweiz (+8%) weisen gegenüber dem Vorjahr die stärkste Zunahme auf. Dagegen ging die Zahl der Konkurse in der Region Zürich (-6%) und der Südwestschweiz (-1%) zurück.


Auf Kantonsebene stiegen die Konkurse besonders in Appenzell-Innerrhoden (+67%) und Appenzell-Ausserrhoden (+38%), in Neuenburg (+36%), Nidwalden (+30%) und Schaffhausen (+29%) an. Vergleichsweise gut stehen hingegen die Kantone Obwalden (‑21%), Graubünden (-11%) und Waadt (-2%) da.


Im Baugewerbe, im Handwerk und im Gastgewerbe ist das Konkursrisiko besonders hoch; anders sieht es bei den Dienstleistungen im Bereich Gesundheit und Bildung sowie im Immobiliensektor aus. Um die Gefahr der Geschäftsaufgabe gering zu halten, raten die Autoren der Studie dazu, die Zahlungsfähigkeit der Schuldner gut zu überprüfen.


In der Studie präsentiert Bisnode auch Zahlen zu den Firmengründungen. Mit 43'185 Neueintragungen im Handelsregister weist das Jahr 2018 einen minimalen Rückgang im Vergleich zu 2017 auf (43'393). Eine positive Entwicklung der Gründungsaktivität gab es lediglich in der Zentralschweiz (+6%) und im Tessin (+2%).


Die Branche der Unternehmensdienstleistungen war mit 4'312 neu eingetragenen Unternehmen am dynamischsten. Anschliessend folgen die Bereiche Unternehmens- und Steuerberatung, Handwerk sowie Detailhandel.


(Quelle: SECO KMU Portal)

25.01.19

Schweizer Wirtschaft in den Händen der KMU

Laut der jüngsten Studie des Bundesamtes für Statistik (BFS) machten im Jahr 2016 die 586'624 Firmen mit weniger als 250 Beschäftigten 99,7% der Unternehmenslandschaft in der Schweiz aus. Das zeigt, dass die KMU das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft bilden.

Von den Wirtschaftssektoren hat der tertiäre die grösste Bedeutung; dort sind drei Viertel der KMU tätig (440'891 Einheiten). In diesem Sektor bilden die Mikrounternehmen mit 9 von 10 Firmen die Mehrheit. Im primären und im sekundären Sektor, auf die 53'584 respektive 90'149 KMU entfallen, machen die Mikrounternehmen ebenfalls den Löwenanteil aus (98,5% und 80%).


Auch auf dem Arbeitsmarkt fallen die KMU stark ins Gewicht. Für sich genommen, beschäftigen die KMU 67,8% des gesamten Personals aller marktwirtschaftlichen Unternehmen. Obwohl die grossen Firmen nur 0,3% der Unternehmen im tertiären (und 0,5% im sekundären) Sektor ausmachen, stellen sie die meisten Arbeitnehmenden ein. In diesen beiden Sektoren stellen sie 1'102'264 (34,7%) respektive 320'972 (29,6%) Arbeitsplätze. Die Zahl der Neueinstellungen hatte sich zwar 2015 etwas verringert, war 2016 aber wieder angestiegen.


Die grössenmässige Verteilung dieser Firmen ist in allen Regionen der Schweiz recht ähnlich. Überall liegt der Anteil der Mikrounternehmen bei rund 90%. Die Region Zürich verzeichnet die höchsten Anteile an kleinen und mittelgrossen Unternehmen (8,8% und 1,7%), gefolgt vom Espace Mittelland und der Ostschweiz. Was die Kantone anbelangt, so finden sich prozentual besonders viele KMU in der Unternehmenslandschaft von Basel-Stadt (99,4%) und Appenzell Innerrhoden (100%).


Die Studie zeigt zudem, dass 2015 etwa 1,2% der Schweizer KMU (7'253 Einheiten) einer ausländischen Unternehmensgruppe angehörten. Diese im Vergleich zum Durchschnitt relativ grossen Unternehmen, die vor allem im Bereich Finanzen und Versicherungen tätig sind, spielen für den Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle (6,6% der Arbeitsplätze in KMU bzw. 197'146 Beschäftigte).


(Quelle: SECO KMU Portal)

12.07.18

Zehn Regeln für die Informationssicherheit im KMU

Wahl der Passwörter, Sicherheit der physischen Orte, System-Updates, Verschlüsselung sensibler Daten... Das eigene Verhalten ist entscheidend, wenn es um den Schutz vor Hackerangriffen in der IT-Infrastruktur der Firma geht. Mit diesen Tipps sind Sie vor bösen Überraschungen geschützt.

Personal sensibilisieren
Alexandre Karlov, Professor für Informationssicherheit am Institut für Informations- und Kommunikationstechnologien an der Hochschule für Wirtschaft und Ingenieurwissenschaften des Kantons Waadt (HEIG-VD), schlägt vor, das Personal in kurzen Online-Seminaren oder Workshops für die Cyberrisiken zu sensibilisieren. Zudem ist es sinnvoll regelmässig zu überprüfen, ob die Angestellten noch darauf achten. Man kann beispielsweise einen Angriff simulieren, indem man E-Mails mit bösartigen Links verschickt, um festzustellen, wie viele Personen in die Falle tappen.


Systeme aktualisieren
Man sollte sich häufig absichern, dass die Systeme – also die Arbeitsplätze, Server und Anwendungen – über die neusten Sicherheits-Updates verfügen. Ratsam ist zudem, je nach Ausrichtung des Unternehmens den Besuch bestimmter Websites einzuschränken.


Ein Monitoring-System installieren und sensible Daten verschlüsseln
Abhängig von Grösse und Budget des Unternehmens rät Alexandre Karlov dazu, ein System zum Netzmonitoring zu installieren, um Angriffe sowie Versuche von Datendiebstahl zu erkennen. Die Firma kann auch die Dienste eines externen SOC (Security Operation Center) in Anspruch nehmen. Der Experte empfiehlt darüber hinaus, sensible Daten zu den Servern und der Kundenverwaltung (Finanzdaten, HR usw.) zu verschlüsseln.


Starke Passwörter wählen
Ein gutes Passwort muss lang und komplex sein, zum Beispiel 10 Zeichen mit mindestens einem Klein- und einem Grossbuchstaben, einer Zahl und einem Sonderzeichen. Ausserdem darf das Passwort nicht auf einem richtigen Wort (Nomen, Vorname, Familienname, Ort) beruhen, da es sonst mit einem Angriff per Wörterbuch gefunden werden kann. Empfohlen werden sogenannte «Pass-Sätze». Dabei werden Wörter ohne Bezug zum geschützten Konto aneinander gereiht. Dass kann beispielsweise «Kuh, Gitarre, Klappe, riechen» sein oder «Blume, Hoffnung, Graffiti, Auto». Mit solchen Sätzen kann man die Voraussetzungen für Komplexität erfüllen und zugleich lassen sie sich leicht merken.


Passwörter nicht mehrfach verwenden
Wichtig ist, nicht für mehrere Konten dasselbe Passwort zu verwenden. Im Idealfall sollte jedes Konto mit einem einzigartigen Passwort geschützt sein, egal ob Nachrichtendienst, EBanking, Forum oder Buchungs-Website. Zudem muss man sicherstellen, dass die Passwörter auf den Routern und anderen Peripherie-Geräten regelmässig aktualisiert werden. Die Passwörter an den Geräten und Arbeitsplätzen der Mitarbeitenden sollten in regelmässigen Abständen aktualisiert werden.


Physische Sicherheit der Räume nicht vernachlässigen
Die Informationssicherheit eines Unternehmens wird auch über eine gute Absicherung der Hardware und des Zugangs zu den Firmenräumen gewährleistet. Alexandre Karlov rät dazu, eine Liste mit Regeln aufzustellen, die es zu befolgen gilt, zum Beispiel beim Verlassen des Arbeitsplatzes den Bildschirm zu sperren oder die Tür abzuschliessen, wenn keiner in den Räumen bleibt. Ausserdem muss das W-LAN-Netz mit einem Protokoll vom Typ WPA geschützt werden.


Nie mit dem Inhalt verdächtiger E-Mails interagieren
Kein Angestellter darf auf Links in unerwünschten (Spam) oder verdächtigen E-Mails klicken oder Anhänge öffnen.


Regelmässige Tests durchführen
Laut Philippe Oechslin, Lehrbeauftragter für Informatik und Kommunikationssysteme an der Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL), können einige einfache Massnahmen grosse Probleme im Bereich IT-Sicherheit verhindern, so wie eine gute Mundhygiene Karies verhindern kann. Eine dieser Massnahmen ein regelmässiger Test der Systemsicherheit, sagt er. Zum Beispiel schützt eine Überprüfung der Back-up-Vorgänge vor bösen Überraschungen, falls die Daten des Unternehmens eines Tages von einer Erpresser-Software verschlüsselt werden sollten. Sensible Anwendungen wie eine Anwendung zur Zahlungsabwicklung, können mit einem Test durch «ethische Hacker» auf die Probe gestellt werden, um mögliche Lücken ausfindig zu machen.


Abläufe für den Ernstfall festlegen
Eine wirksame Reaktion bei Problemen mit der Informationssicherheit zu definieren und zuständige Personen zu benennen, kann ebenfalls nützlich sein. Eine Firma mit mindestens 5 bis 7 Beschäftigten sollte einen Verantwortlichen für IT-Sicherheit benennen und eine Liste mit Aufgaben erstellen.


Risikomanagement etablieren
Je nach Grösse und Budget der Firma sollte man damit beginnen, eine Politik für das Management der Risiken im Bereich IT-Sicherheit gemäss bekannten Frameworks wie ISO 27001 oder Octave aufzubauen. Für Grossunternehmen ist es ratsam, eine Sicherheitspolitik zu definieren, bei der zwischen verschiedenen Sicherheitsklassen von Dokumenten und Daten unterschieden wird und auch festgehalten wird, wie diese verarbeitet werden.


(Quelle: SECO KMU Portal)

25.05.18

Umstellung auf ISO 20022 bei der Zahlungsabwicklung

Heute werden im Schweizer Zahlungsverkehr eine Milliarde Transaktionen pro Jahr abgewickelt, davon 75 Prozent elektronisch. Die Informationen fliessen über die Bank des Zahlers zur Bank des Zahlungsempfängers. Dort gelangen sie in die Buchhaltungssoftware der Unternehmen, wo ein Abgleich mit den Ausständen stattfindet. Dieser Datenkreislauf wird auf Basis des internationalen Standards ISO 20022 umgestaltet. Dabei wird DTA als Standard für die Datenübermittlung abgelöst.

Als Folge davon müssen alle Firmenkunden, die ihren Zahlungsverkehr mit einer Buchhaltungssoftware abwickeln, Anpassungen vornehmen. ISO 20022 ist ein wichtiger Pfeiler in der Erneuerung des Schweizer Zahlungsverkehrs. Die zunehmenden Kundenbedürfnisse nach digitalen und damit einfachen und wirtschaftlichen Zahlungsprozessen machen eine grundlegende Anpassung unumgänglich. Zudem können Banken mit den neuen digitalen Abläufen ihre gesetzlichen Sorgfaltspflichten durchgehend automatisiert und damit effizienter erfüllen als heute.


Umstellung unausweichlich
Alle Banken haben die interne Umstellung ihrer Systeme auf ISO 20022 letztes Jahr planmässig umgesetzt. Das nächste wichtige Etappenziel ist die schweizweite Umstellung der Buchhaltungssoftware bei Firmenkunden. Es ist wichtig, dass alle Marktteilnehmer bis am 30. Juni 2018 ihre Anpassungen vorgenommen haben. Unternehmen, die weiterhin mit DTA arbeiten, müssen je länger je mehr mit Verzögerungen und manuellem Aufwand bei der Auslösung von Zahlungen und bei der Abstimmung von Zahlungseingängen in ihrer Debitorenbuchhaltung rechnen. Die Probleme akzentuieren sich mit der Einführung der QR-Rechnung. Denn Informationen aus der QRRechnung finden in den DTA-Meldungen keinen Platz und werden abgeschnitten. Das kann zu Problemen beim Debitorenabgleich führen.


Umstellungsstand variiert
Um festzustellen, wie weit die Umstellung bei den Firmenkunden fortgeschritten ist, hat das Forschungsinstitut gfs.bern im letzten Sommer 1500 Unternehmen, Verwaltungsstellen und Vereine befragt. Die Ergebnisse zeigen: 60 Prozent der von ISO 20022 betroffenen Firmenkunden hatten zum Zeitpunkt der Befragung ein Projekt gestartet. 40 Prozent gingen nach eigenen Angaben davon aus, bis im Juni 2018 ihre Buchhaltungssoftware umgestellt zu haben. Betrachtet man einzelne Branchen, zeichnen sich Unterschiede ab. So sind beispielsweise bei Verwaltungen, Treuhändern, Inkassounternehmen und Versicherungen die Umstellungsarbeiten weiter fortgeschritten als beim Handel und in den Bereichen Industrie und Gewerbe. Insgesamt sind Organisationen mit einem eher hohen Rechnungsausstoss weiter in der Umstellung.


Datendurchgängigkeit sicherstellen
Erst wenn die Umstellung auf den neuen Standard flächendeckend abgeschlossen ist, kann mit der schrittweisen Ablösung der Einzahlungsscheine durch die QR-Rechnung begonnen werden. Diese vereinfacht den Zahlungsverkehr für alle Unternehmen und Privatpersonen erheblich. Die Zahlungsinformationen lassen sich über ein Smartphone einlesen und via E-Banking übermitteln. Es entstehen so deutlich weniger Eingabefehler, das spart Zeit und Geld.


Vorteile erkannt
Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Vorteile der Umstellung des Zahlungsverkehrs anerkannt werden. 60 Prozent der befragten Organisationen gehen davon aus, dass ihnen die Standardisierung Vorteile bringt, bei den von ISO 20022 Betroffenen sind es 70 Prozent. Zu den meist genannten Vorteilen zählen eine tiefere Fehleranfälligkeit durch die Verwendung der IBAN, die Digitalisierung der Geschäftsprozesse und die Vereinfachung von Auslandzahlungen. Letzterer ist ein wichtiger Vorteil gerade für jene Unternehmen, die laut Umfrage überproportional häufig Zahlungen ins Ausland tätigen.


Gewohnheiten gibt man ungern auf
Betrachtet man die Zufriedenheit mit dem Zahlungsverkehr im Allgemeinen, zeichnet sich ein noch deutlicheres Bild ab. 90 Prozent der Befragten sind mit der Funktionsweise des Inlandzahlungsverkehrs zufrieden. Bei Auslandzahlungen liegt der Wert nur geringfügig tiefer. Für Studienleiter Urs Bieri von gfs.bern ist gerade diese hohe Zufriedenheit eine wesentliche Umstellungshürde: «Zufriedene legen deutlich weniger Wert auf Veränderung. Das Bewusstsein für die Umstellung ist vorhanden, es fehlt aber an Priorität.» Hier setzt die Informationsarbeit der Banken und der Softwareunternehmen seit Monaten an. Sie unterstützen ihre Kunden mit Informationen, Beratung und Testumgebungen.


Bank und Softwareunternehmen kontaktieren
Wir empfehlen Unternehmen, die sich bis heute noch nicht mit der Umstellung befasst haben, umgehend ihre Bank oder ihren Softwarepartner zu kontaktieren. Ist ISO 20022 erst einmal eingeführt, wird die Informationsqualität im Zahlungsverkehr nochmals deutlich verbessert. Unternehmen erhalten schnellere Statusmeldungen. Sie steuern ihre liquiden Mittel gezielter und damit letztendlich effizienter. Weiterführende Informationen zur Harmonisierung des Zahlungsverkehrs finden sich unter: Payment Standards.ch.


(Quelle: SGV Schweizerische Gewerbezeitung)

19.04.18

Regulatorisches Update – Finanzmarktinfrastrukturgesetz (FinfraG)

Hintergrund

Per 1. Januar 2016 sind das Finanzmarktinfrastrukturgesetz (FinfraG) und die dazugehörige Verordnung (FinfraV) in Kraft getreten. Dies nicht zuletzt, um der Schweiz den Zugang zu den internationalen Märkten zu bewahren.

Alle Schweizer Unternehmen, welche derivative Finanzinstrumente abschliessen, unterliegen den Bestimmungen des FinfraG. Das Gesetz unterscheidet zwischen «finanziellen» und «nicht­finanziellen» sowie weiter zwischen «kleinen» und «normalen» Gegenparteien:

Finanzielle Gegenparteien (FC): Banken, Effektenhändler, Versicherungsunternehmen, Fondsleitungen, kollektive Kapitalanlagen und Vermögensverwalter für kollektive Kapitalanlagen, Vorsorgeeinrichtungen und Anlagestiftungen. Als «kleine finanzielle Gegenparteien» (FC-) gelten die oben erwähnten Institutionen, falls sie weniger als CHF 8 Mrd. offene Derivate aufweisen.

Nichtfinanzielle Gegenparteien (NFC): Im Handelsregister eingetragene Unternehmen, die «nichtfinanzielle» Gegenparteien sind. Die Schwellenwerte für «kleine nichtfinanzielle Gegenparteien» (NFC-) liegen bei CHF 1.1 Mrd. für Kredit- und Aktienderivate und bei CHF 3.3 Mrd. für Fremdwährungs-, Zins- und Rohwarenderivate sowie übrige Derivate. Derivate mit Absicherungszweck können bei dieser Berechnung unberücksichtigt bleiben.

Kernelemente des FinfraG

Die Pflichten nach FinfraG für ein Unternehmen hängen davon ab, ob es sich um eine «finanzielle» oder «nichtfinanzielle» sowie «normale“ oder «kleine» Gegenpartei handelt. In Abhängigkeit von den oben genannten Kriterien sind folgende zentrale Pflichten von den Gegenparteien zu erfüllen:
Abrechnung ausserbörsliche Derivate über zentrale Gegenpartei – nicht relevant für «kleine» Gegenparteien;
Meldung an Transaktionsregister aller Derivate, inklusive (konzern-)interner Geschäfte – relevant für alle Gegenparteien. Im April 2017 bewilligte die FINMA die SIX als Transaktionsregister und anerkannte REGIS-TR mit Sitz in der EU;
Risikominderungspflichten für ausstehende ausserbörsliche Derivate – relevant für alle Gegenparteien, Ausmass ist abhängig von der Kategorie (FC, FC-, NFC, NFC-);
Dokumentationspflichten – schriftliche Dokumentation, warum es sich um eine NFC- handelt und wie die entsprechenden Vorschriften umgesetzt wurden.

Prüfpflichten Revisionsstelle

Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem 1. Januar 2017 unterliegen den Prüfpflichten der Revisionsstelle nach FinfraG.



> Kurzartikel DE, FR, EN

Bei Fragen hilft Ihnen die gerne weiter.

19.02.18

Datenschutz: Neue EU-Verordnung

Der Anwendungsbereich der neuen EU-Datenschutzverordnung, die am 25. Mai 2018 in Kraft tritt, ist so gross, dass viele Schweizer Unternehmen davon betroffen sein könnten. Die grössten Herausforderungen im Überblick.

Die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU wird am 25. Mai 2018 in der gesamten Europäischen Union (EU) in Kraft treten. In einigen Fällen ist sie auch auf Unternehmen anwendbar, die ihren Sitz in der Schweiz haben.

Es ist wichtig, dass sich die Firmen, die von dieser Reform betroffen sein könnten, jetzt darum kümmern. Denn wenn sie tatsächlich betroffen sind, müssen sie unter anderem prüfen, ob ihre internen Prozesse, Richtlinien, Verträge und Datenschutzerklärungen kompatibel sind. Bei Verstössen gegen die Verordnung sind nämlich hohe Geldstrafen vorgesehen.


Welche Unternehmen sind betroffen?

Schweizer Unternehmen müssen sich an die DSGVO halten, wenn sie personenbezogene Daten von natürlichen Personen verarbeiten, die sich in der EU befinden, und falls die Verarbeitung dazu dient:

1. diesen Personen Waren oder Dienstleistungen anzubieten (gegen Bezahlung oder unentgeltlich), oder
2. das Verhalten dieser Personen zu verfolgen, sofern dieses Verhalten in den Mitgliedstaaten der EU erfolgt (Art. 3 Abs. 2 Buchst. a und b DSGVO).

Um zu bestimmen, ob die Aktivitäten eines Unternehmens, das seinen Sitz ausserhalb der EU hat, in den Anwendungsbereich der DSGVO fallen, müssen die Rechtsberater analysieren, ob eine Absicht besteht, Waren oder Dienstleistungen in die EU zu verkaufen. Hierbei können verschiedene Hinweise geprüft werden (z. B. die Erwähnung von Kunden, die sich in den Mitgliedstaaten befinden, oder von einer in der EU gängigen Währung). Im Fall von Art. 3 Abs. 2 Buchst. a und b DSGVO können die Experten analysieren, ob ein klarer Wille erkennbar ist, das Verhalten von natürlichen Personen im EU-Raum zu verfolgen (z. B. wenn sie die Nutzung von Profiling-Tools oder Google Analytics feststellen).


Was müssen die betroffenen Firmen unternehmen?

Schweizer Unternehmen, die von der neuen EU-Verordnung betroffen sind, müssen ab dem 25. Mai 2018 folgende Pflichten erfüllen:

1. informieren und die Einwilligung der Person einholen, deren Daten verarbeitet werden
2. «Privacy by design» und «Privacy by default» garantieren
3. einen Vertreter in der EU benennen
4. ein Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten erstellen
5. Verletzungen des Datenschutzes an die Aufsichtsbehörde melden
6. eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen
7. bei Verstössen gegen die DSGVO Bussgelder zahlen.

Wichtig ist auch zu wissen, dass gerade ein Schweizer Pendant zur DSGVO, ein neues Bundesgesetz über den Datenschutz, ausgearbeitet wird. Firmen, die sich schon auf die DSGVO eingestellt haben, dürften, wenn die Schweizer Version fertig ist, bei deren Umsetzung eine erhebliche Zeitersparnis haben.


(Quelle: BJ Bundesamt für Justiz)

18.12.17

Schweizer KMU setzen immer stärker auf Crowdlending

Schweizer KMU gehen neue Wege, wenn es um Finanzierung und Kredite geht. Sie nutzen mehrere Partner und können bei Kreditbeträgen unter einer Million Crowdlending nutzen. Im Austausch für Transparenz liefert die Crowdlending-Community einen starken Werbeeffekt. Folgende fünf Pluspunkte des Crowdlending sollten Entscheider bei der KMU-Finanzierung beachten:

Grund 1: Schweizer KMU senken Abhängigkeit von dominanten Kreditgebern
Rund ein Viertel der Schweizer KMU hat heute mehr als eine Kreditquelle. Damit reduzieren sie die Abhängigkeit von den einzelnen Kreditgebern.

Doch gut drei Viertel der KMU haben nur eine einzige Kreditbeziehung – meist die zur Hausbank. Diese hat umfassenden Einblick ins Unternehmen und die Finanzierungsentscheidungen nehmen prägenden Einfluss auf das KMU.

Je stärker ein Unternehmen auf einen einzigen Finanzierungsgeber angewiesen ist, umso grösser ist die Abhängigkeit von dessen Befindlichkeit.

Ein Kredit suchendes KMU sollte gut abwägen, welchen Wert die eigene Unabhängigkeit in diesem Kontext hat. Bei der KMU-Finanzierung gibt es heute Alternativen zu Banken.

Das Crowdlending ermöglicht KMU die Kreditaufnahme direkt von Kapitalanlegern ohne Finanzintermediär. KMU können ihre Kreditquellen diversifizieren und reduzieren die Abhängigkeit von ihren einzelnen Geldgebern.

Grund 2: Effizienter Zugang zu kleineren KMU-Krediten
Schweizer KMU fragen häufig vergleichsweise geringe Kreditbeträge nach. So sind 33 Prozent der KMU-Finanzierungen Kredite unter 100‘000 Franken und weitere 41 Prozent der KMU suchen zwischen 100‘000 und einer Million Franken.

Die Zahlen beinhalten alle Kreditarten. Vor allem bei geringeren Kreditbeträgen ohne die Stellung banküblicher Sicherheiten sind Crowdlending-Plattformen im Vorteil. Sie sind auf tiefe Prozesskosten optimiert und können diese KMU-Finanzierung rasch und effizient bereitstellen. So können KMU auch kleinere Investitionsprojekte effizient finanzieren und abwickeln.

Grund 3: Immer weniger unbesicherte Bankkredite für KMU
Es gibt immer weniger unbesicherte Kredite für Schweizer KMU. Deren Volumen ist in den vergangenen acht Jahren von 72 auf noch 40 Milliarden Franken gesunken, wie aus einer Statistik der SNB hervorgeht.

Banken als die Hauptkreditgeber tragen dadurch weniger Risiken. Für Schweizer KMU wird so die Finanzierung für ihre Wachstumsprojekte schwieriger. Sie sind zunehmend auf alternative Finanzierungsmöglichkeiten angewiesen. Crowdlending hat das Potenzial, diese Lücke in der KMU-Finanzierung der Schweiz zu verkleinern.

Grund 4: Schweizer KMU fehlen oft finanzstarke Family & Friends
Für viele Unternehmer sind Familie und Freunde die ersten Geldgeber. Doch nicht jeder kann auf sie zurückgreifen. Wenn ein 35-jährige Mitarbeiter einer Metallbaufirma mit fünf Mitarbeitenden den Betrieb für 200‘000 Franken kaufen könnte, hat er ohne starke Eigenkapitalbasis keine Chance.

Also wird das KMU vermutlich aufgelöst, statt für einige die Chance auf Unternehmertum und Wachstum zu sein. Den üblichen Risikokapitalgebern ist der Betrieb er zu klein und die Branche nicht sexy genug. Crowdlending kann Fremdkapital bereitstellen, um solche Betriebsübernahmen zu finanzieren. Ganz ohne Eigenkapital geht es aber auch dabei nicht.

Grund 5: Transparenz punktet bei der KMU-Finanzierung und gewinnt Fans
Aus unserer bisherigen Erfahrung mit dem Crowdlending für KMU wissen wir, dass viele Betriebe sich gern transparent darstellen, auch gegen aussen. Die überlieferte Verschlossenheit bei Finanzangelegenheiten ist nicht nötig. Im Austausch für Transparenz erhält ein KMU Vertrauen – eine starke Währung!

Gerade bei der Finanzierung von Wachstumsprojekten ist dieses Vertrauen ein Element für PR und Kundenbindung. Crowdlending erschliesst KMU bisher ungekannte Möglichkeiten – so auch mit Kreditgebern neue Fans für das Unternehmen zu gewinnen.

(Quelle: Blog vom KMU P2P Lending Unternehmen Swisspeers)